Grafenberger Honig – mehr als Bio

IMKERHONIG AUS DÜSSELDORFS
GRÜNSTEM STADTBEZIRK

Grafenberger Honig –
mehr als Bio


Honig ist ein Produkt der Bienen aus der Natur. Einer Natur, die heutzutage all-zuviel landwirtschaftlich-industriell genutzt wird. Diese moderne Landwirtschaft basiert auf dem Einsatz vielerlei chemischer Mittel; Insektizide, Pestizide, Fungizide. Diese Namen sagen es mit ihren Namen. Es sind Gifte für die Klein-Tierwelt, die sich seit Millionen Jahren von diesen Pflanzen ernähren und damit dem maximalen Ertrag der Landwirtschaft im Wege stehen.

Maximaler Ertrag: das Versprechen der diese Gifte herstellenden Industrie zur Ernährung der gesamten Erdbevölkerung. Aber wo sind die Grenzen? Wenn die Blüten in Obstplantagen in China nun von Menschenhand befruchtet werden müssen, weil die Kleintier-Welt ausgerottet ist. 60% aller Pflanzen weltweit sind von der Befruchtung durch Insekten abhängig. Wie weit wollen wir dies bei uns kommen lassen?

Eine gesellschaftliche Bewusstseinsgrenze kennen wir heute unter dem Begriff Bio bzw. Bio-Produkte

Das ist eine Ernährung vermeintlich ohne Spuren dieser Gifte und mithin gesunde Ernährung. In der Bio-Landwirtschaft sind die Erträge nicht maximal und die Produkte damit teurer.

Im Einzelhandel kennen wir das EU-Biosiegel und das Bioland-Siegel. Das EU-Biosiegel ist die gesetzliche Regelung. Dies sind dicke Bücher für die gesamte Landwirtschaft. Dies EU-Siegel ist das Biosiegel im allgemeinen Einzelhandel.

Für die Bienenhaltung und Imkerei sind es (1) Artikel 14 aus der Verordnung EG Nr. 834/2007 und (2) Artikel 13, 18, 19, 25 aus der Verordnung EG Nr. 889/2008. Dort ist vielerlei beschrieben.

wie die vielen Hobby-Imker ohnehin arbeiten

dass hinsichtlich des Schadstoffeintrags unbedenkliche Standorte zu wählen sind:
– Die Bienenhäuser sind in 3 km Entfernung von extensiv genutzten Agrarflächen aufzustellen.
– Das Bioland-Siegel ist besser und erfordert 5 km Abstand.

und dass die Imker für die Waben nur den Wachs aus der eigenen Imkerei verwenden dürfen

Dieser letzte Punkt ist sicherlich durch die Groß-Imker beeinflusst. Denn dieses Kriterium wird durch keinen Hobby-Imker erfüllt. Die dafür erforderliche Apparatur kostet um die € 2.500 und lohnt sich erst ab einer Völkerzahl von über 100. Wir Hobby-Imker geben unseren Wachs aus den Altwaben an die Großhändler von Imkereibedarf und erhalten gegen einen kleinen Aufpreis diese so genannten Mittelwände (1mm dick und mit der vorgestanzten Wabenstruktur auf der die Bienen dann die Waben aufbauen) zurück. Unsere Mittelwände sind somit eine Mischung aus dem Wachs der Imker einer Region, die bei dem jeweiligen Großhändler einkaufen. Es sind dann die Bienen, die darauf die Gesamt-Wabe aus ihren Wachsdrüsen aufbauen.

Zu Rückständen von Pflanzenschutzmitteln in Honigen gibt es zwei Untersuchungen vom (1) Bayerischen Landesamt für Lebensmittelsicherheit (2010-2012 mit 137 Proben) und vom (2) Umweltministerium NRW (2012-2014 mit 174 Proben); d.h. Honigmarken, die im deutschen Einzelhandel vertrieben werden. In beiden Untersuchungen wurden in 28% der Proben Pflanzenschutzmittelrückstände gefunden ... und diese Zahl gilt für normale Honige und Bio-Honige gleichermaßen. Wie kann das sein?

Die genannte Grenze von 3 km ist zu gering. Denn Bienen fliegen bis 5 km und die Gifte verbreiten sich durch Wind und Ackerstaubverwehungen (bei Trockenheit) in die weitere Umgebung und den Bienenstöcken entgegen.

Hierzu gehört zu wissen: Wir Deutschen haben weltweit den relativ höchsten Honigkonsum mit 1 kg pro Person pro Jahr. Nur 20% wird von deutschen Imkern erzeugt; 80% werden importiert (hauptsächlich aus Süd-Ost-Europa und Mittel- und Süd-Amerika). Und was in all diesen Ländern in der Natur passiert? Who knows?

Wie komme ich nun also zu dieser Aussage Grafenberger Honig – mehr als Bio?

Das Eigenwachs-Kriterium erfülle ich nicht. Insofern erfüllt mein Honig nicht das gesetzliche Bio-Siegel. Aber gerade die Groß-Imker wandern mit ihren Völkern und sind dabei eher größeren Risiken ausgesetzt, irgendwo in vergiftete Landstriche zu geraten (z.B. die Rapsfelder für den Rapshonig), die sich dann auch im Wabenwachs ablagern. Letztendlich sehe ich hier keinen Unterschied zu uns Hobby-Imkern.

Viel wichtiger ist, dass unser Grafenberg mehr als 3 km von industriellen landwirtschaftlichen Feldern entfernt ist. Die nächsten Felder bei Hubbelrath und Knittkuhl sind ca. 6 km entfernt. Meine Bienen fliegen eh höchstens 1 km, weil unser Grafenberg für die Bienen ein Schlaraffenland ist und die Winde werden die Gifte von dort oben auch kaum bis zu uns hinunter wehen. Ich werde meine Bienen niemals dort oben auf den Gallberg stellen und auch niemals an ein Rapsfeld.

Deswegen für unser Leben, das Leben der Bienen und für deren Honig – wir in Grafenberg haben mehr als Bio

Ergänzung: Ich habe mir selbst die Frage gestellt, ob denn der Stadt-Honig nicht mit typischen Schadstoffen aus dem Stadtleben (Autoverkehr, Hausheizungen) belastet ist. Staatliche Stellen hatten sich dazu noch keine Gedanken gemacht und es gibt dazu bisher keine Erkenntnisse.

Eine Empfehlung des großen Fresenius Instituts war das nach deren eigener Meinung für Honig besser eingerichtete Konkurrenz-Institut „QSI“ in Bremen. Dort ließ ich (auf eigene Kosten) meinen Sommerhonig 2016 auf die typischen Verbrennungs-Schadstoffe, auf deren Beratung hin 24 „Aromatische Kohlen-wasserstoffe“, untersuchen. Es wurden keine Rückstände festgestellt.

Für chemisch Interessierte sind die 3 Prüfberichte als PDF-Dokument unter diesem Link abgelegt.



Albert Schröder, 2017

Ich habe auch Honig für Sie!

Gemäß der Abstimmung in unserem Imkerverein verkaufe ich das 500 Gramm-Glas für 6 €. (Solange der Vorrat reicht). Zu meinem Angebot gehören außerdem Honigwein / Met sowie Honigliköre / Bärenfang & Hot Toddy.
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