Wo sind all die Schmetterlinge?

WIR SEHEN KAUM NOCH SCHMETTERLINGE ...

Warum gibt es keine Schmetterlinge mehr?


2008 ging ein Raunen durch das ganze Land. In der Oberrhein-Ebene, Nähe Baden-Baden, hatte ein Landwirt ein Pestizid fehlerhaft auf sein Maisfeld gespritzt. Das Gift verteilte sich über 20 km und tötete in diesem Bereich Millionen Bienen, Insekten und Schmetterlinge.

Aber auch bei uns: Warum sehen wir heute eigentlich kaum noch Schmetterlinge; im Vergleich mit den 60er+70er Jahren?

Viel gravierender als lokale grob fehlerhafte Anwendungen von Pestiziden mit dann offensichtlichen Wirkungen ist die dauerhafte Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen mit all den Pestiziden und Insektiziden; auch wenn diese innerhalb der gesetzlichen Normen erfolgen. Diese Gifte sind nun über Jahrzehnte in den Böden und Pflanzen, im ganzen Naturkreislauf, angereichert. Kleintiere, Käfer und Insekten haben diese Stoffe in ihren Körpern aufgenommen und dies führt zu höherer Kränklichkeit bis hin zu Schäden am Erbgut; oder warum haben auch wir Menschen mit immer mehr Allergien zu tun?

Das bedeutet: Nach 50 Jahren industrieller Landwirtschaft sind die Lebensbedingungen vieler Tiere zerstört. Bei der Vielzahl aller möglichen Kleintiere und Insekten nehmen wir dies nicht wahr, weil wir diese gar nicht kennen und keine Bindung zu denen haben.

In Deutschland gibt es heute im Jahr 2017 Agrarlandschaften, in denen der Insektenbestand gegenüber den 1960er Jahren um 90% zurückgegangen ist. Ohne Insekten und Kleintiere haben in der Folge auch Vögel keine Lebensgrund-lage mehr; deren Bestand ist dramatisch zurückgegangen, insgesamt je nach Vogelart zwischen 50% bis 90%, bei Kiebitzen und Rebhühnern sind es die 90%.

Wann haben Sie letztmals eine Feldlerche am Himmel über einem Feld stehend-flatternd und trillernd gesehen. Bei mir war es in meiner Kindheit in den 1960er Jahren.

Und insbesondere, die ehemals vielen und bunten Schmetterlinge, die fehlen uns.

Und die Bienen?

Denen geht es noch recht gut


Über Jahrtausende hatten die Bienen für die Menschen eine große Bedeutung. Seit der Biene Maja ist uns das in unserer heutigen Gesellschaft wieder bewusst geworden.

Deswegen kümmern wir Menschen uns um die Bienen. Weltumspannend gibt es viele Forschungsinstitute, die die Bienen und deren Lebensbedingungen erforschen. So auch in Deutschland.

Für Interessierte empfehle ich das Buch „Die Intelligenz der Bienen“ vom deutschen „Bienen-Papst“ Prof. Randolf Wenzel, Leiter des Neurobiologischen Instituts der Freien Universität Berlin, der 50 Jahre an den Bienen geforscht hat. Faszinierend sind die Bienen und faszinierend wie Forscher ein 0,8 mm3 großes Bienengehirn erforschen.

Und wir Hobby-Imker tun viel, um den Bienen bessere Lebensbedingungen zu geben als dies in der freien Natur der Fall wäre. Wir kümmern uns um deren Gesundheit und sichern das Überleben über den Winter. Von Mitte April bis Mitte Juli beobachten und kontrollieren wir wöchentlich, um die Völkerzahl zu mehren.

Und so ist auch der Stadt-Imker-Hype eine Reaktion auf die „auf dem flachen Agrarlande“ immer schwieriger werdenden Lebensbedingungen für die Bienen und Insekten. Zahlen des Deutschen Imkerbundes zur Entwicklung der Anzahl Imker und Anzahl Bienenvölker seit 1970 in Deutschland finden Sie unter diesem Link.

So würde ich meine Bienen niemals oben nach Hubbelrath/Knittkuhl stellen. Denn weiß ich, was die Bauern auf ihre Raps- und sonstigen Felder an Gift spritzen?

Zum Thema Bayer-Monsanto-Glyphosat: Wir kennen diese Diskussion aktuell hauptsächlich um das Thema „Krebs erregend“ für uns Menschen. USD 80 Mio. hat ein erster Kläger in den USA gerade als Entschädigung bekommen; das wird für Bayer noch sehr teuer werden. Aber wie wirkt Glyphosat. Glyphosat wird etwa 1 Woche vor der Aussaat/Pflanzung ausgebracht und (soll) vernichtet alle Samen und Triebe von sog. „Unkräutern“, so dass die Aussaat schön sauber und ertragreich gedeihen kann.

Aber mit diesem Gift wird alles Leben in solch einem Acker vernichtet. Kein Regenwurm, keine Maus, kein Maulwurf, kein Käfer usw. haben eine Überlebenschance. Es sind biologisch tote Äcker, die wir heute in unserer industriel bearbeiteten Landschaft sehen. Und dem Kreislauf der Natur fehlt diese Grundlage. Deswegen gibt es z.B. immer weniger Vögel. Über diese Wirkungen von Glyphosat redet niemand. Typisch egoistisch von uns Menschen.

So dient die heute allgegenwärtige Diskussion um die Bienen, keine Woche ohne einen Bericht, im Grunde weniger zur Rettung der Bienen; jedoch insbesondere zur Rettung der Insekten und Boden-Klein-Lebewesen. Denn was den Bienen nutzt und sie schützt, schützt auch diese Tiere.

Die Insekten zählen zu den ältesten Lebewesen auf unserem Planeten; wahre Überlebenskünstler. Deren Ablagerungen wurden in Steinen der Devonzeit gefunden; also 400 Mio Jahre alt. Die älteste Spur eines Säugetiers wird der Unterkreidezeit vor 125 Mio Jahren zugeordnet.

60% aller heute bekannten Tierarten sind Insektenarten. Per 2013 sind 925.000 Insektenarten wissenschaftlich katalogisiert. Und dabei geht die Wissenschaft davon aus, dass es in den Urwäldern noch 1 Mio unentdeckte Insektenarten gibt. Und wie viele Insekten es dann gibt? Zählen Sie mal die Ameisen in ihrem Garten.

Und alle erfüllen irgendeinen Zweck in dem großen Naturkreislauf.

400 Mio Jahre hat’s funktioniert. Aber unsere Agrar-Chemie brauchte 50 Jahre und Insekten haben flächendeckend keine Überlebenschance mehr.

Albert Schröder, 2016/2019

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