Was ist Honig?

AUS WAS ENTSTEHT HONIG
UND WAS STECKT DRIN?

Was ist Honig?


Der Nektar, den die Bienen herantragen, basiert bei der Vegetation in Mitteleuropa auf etwa 120 Aromastoffen der Pflanzen/Blüten; je nach den Blühphasen schmeckt der Honig somit unterschiedlich. Und der Nektar besteht noch zu 70% aus Wasser.

Schon die Flugbiene reichert den Nektar in ihrer Honigblase mit Enzymen an. Am Flugloch übergibt die Flugbiene den Nektar an die interne Transportbiene und die wiederum an der Wabe an die Wabenbiene; beide ergänzen weitere Enzyme und beginnen mit dem Trocknungsprozess.

Die Wabenbienen entnehmen den Honig zu Trocknungszwecken noch x-fach aus der Wabe, ergänzen dabei weitere Enzyme, bis der Nektar weniger als 20% Wasseranteil hat; erst wenn dies der Fall ist, ist gemäß der Lebensmittelverordnung Honig entstanden.

Dann verdeckeln die Bienen die Waben mit einer hauchdünnen Wachsschicht, damit aus der Luft nicht wieder neue Feuchtigkeit eintritt und auch dass der Honig nicht mit Sauerstoff in Kontakt ist. Denn die Bienen wissen seit 50 Millionen Jahren, was auch Lebensmittelchemiker wissen: alles, was mehr als 20% Wasseranteil hat, schimmelt.

Wir Imker haben dafür ein Messgerät und wir dürfen den Honig nur als Honig deklarieren, wenn der Wasseranteil weniger als 19,6% beträgt. Verdeckelter Honig hat durchweg 17%. Das heißt, die Bienen gehen auf Nummer sicher.

Honig besteht somit zu ca. 17% aus Wasser, unser mitteleuropäische Honig hat etwa 0,4% Enzyme, also das Gute im Honig, und der ganze Rest von 82,6% ist eine Mischung aus Traubenzucker und Fruchtzucker.

In dem Begriff „Enzyme“ ist das Gute, also das gesundheitlich, medizinische zusammengefasst. Medizinisch sind dies etwa 60 Wirkstoffe von so genannten Inhibinen, Flavonoiden, Antibiotika, Acetylcholin, usw. die in der Medizin genutzt werden.

Die Apotheke
Bienenvolk


Im Innern eines Bienenvolkes herrscht eine Temperatur von 35 °C. Diese ist für die Aufzucht der Brut erforderlich. Eine solche Temperatur ist ein idealer Nährboden für Bakterien und alle möglichen Krankheiten. Als Gegenmittel dazu, zum Schutz für sich selbst und den Honig, reichern die Bienen den Wachs und den Honig mit allerlei Enzymen, Aminosäuren, Mineralstoffen und sogar einem natürlichen Antibiotikum, insgesamt ca. 60 Stoffen, an. Die Bienen rühren diese Stoffe nicht in einem Reagenzglas an, sondern produzieren diese Stoffe in ihrem Körper; dies ist ein Wunder der Natur. Diese Fähigkeit der Bienen wurde zur Quelle der Medizin. (siehe Essay „Honig-der Trank der Götter")

Die Alten Ägypter, die Antiken Griechen, Römer und Germanen nutzten den Honig sehr umfassend als Medizin. Mit der Industrialisierung geriet dies Wissen für uns in Vergessenheit. In der Pharma-Forschung haben wir heute ein Revival der Einbeziehung der Bienenprodukte; z.B. für die Behandlung von Herzkrankheiten und als Krebsmittel. Und für uns, jeden Morgen einen Löffel Honig auf der Zunge zergehen lassen, schützt vor Erkältungen.

Ein Beispiel:

Honig enthält das Antiseptikum Wasserstoffperoxid (WSP). In 50 Mal höherer Konzentration als in unserem Honig ist das WSP in dem neuseeländischen Manuka-Honig (Nektar vom Teebaum) enthalten (das 250 Gr. Glas kostet deshalb ca. € 30). Das WSP kann auch künstlich hergestellt werden. Die Faszination Bienen ist, dass die Bienen dem WSP etwas Weiteres andocken, was im Honig zu einer ständigen Neubildung des WSP führt. Das heißt, die Bienen müssen sich nicht dauerhaft um den Erhalt des Honigs kümmern. Das künstliche WSP kann dies nicht. Welchen Zauber-Stoff die Bienen verwenden, hat die Wissenschaft noch nicht herausgefunden. Jedenfalls eignet sich das natürliche Wasserstoffperoxid der Bienen damit besser für z.B. langwierige Wundbehandlungen.

Hinweis:

Dafür ist der originäre Honig jedoch ganz und gar nicht geeignet. Für medizinische Verwendungen wird der Honig umfassend behandelt; sterilisiert usw.

In der Naturheilkunde hat die Vielzahl der Anwendungen inzwischen einen eigenen Zweig begründet, die sog. Apitherapie. Einen wichtigen Teil nehmen dabei Propolis-Produkte ein. Es handelt sich um jenes natürliche Antibiotikum aus den Drüsen der Bienen, mit denen diese ihre Stöcke schützen.

Wie wird der Honig schön cremig?


Im frischen Honig im Honigeimer und an der Luft/Sauerstoff beginnen sich der Trauben- und Fruchtzucker zu Kristallen zu verbinden. Es gilt, diesen Kristallisationsprozess zu unterbinden. Denn dann wird der Honig steinhart und wäre nicht mehr zu verwenden.

Methode 1 (und schädlich:)

Der Honig wird einmal auf 60° erhitzt. Dabei werden jedoch all die guten Enzyme (diese schon bei 40°) zerstört und der Honig ist eine reine Zuckermischung. Dies ist die Ungewissheit bei all den kaufbaren industriellen Honigen.

Anmerkung: Heiße Milch mit Honig, das uralte Hausrezept bei Erkältungen. Immer wenn die heiße Milch mehr als 40° hatte, hat wohl nur die heiße Milch und Placebo gewirkt.

Methode 2 (Und wie wir Hobby-Imker das machen):

Wir rühren mechanisch mit einem speziellen Rührstab und Muskelkraft. Wir schauen, wann sich der klare, goldgelbe Honig etwas eintrübt. Das ist ein Zeichen für den beginnenden Kristallisationsprozess. Durch täglich (jeden Eimer) ca. 3-4 Minuten rühren, werden die sich verbindenden Kristalle wieder zerstört. Dies ist etwa 10 Tage zu tun. Im Normalfall bekommt der Honig im Rühreimer dann einen perlmuttartigen Schimmer; dies ist das Zeichen, dass der Kristallisationsprozess abgeschlossen ist. Wenn wir Imker für Beginn und Ende des Rührens wirklich die exakten Tage treffen, dann wird der Honig im Glas abdicken und dabei schön cremig und schmierfähig bleiben.

(Nobody is perfect: Haben wir Imker zu lange gerührt, dann verdickt der Honig nicht und kann gar flüssig bleiben. Bei zu wenig rühren, (z.B. wenn ein Honig mit außergewöhnlicher Zuckermischung hätte länger gerührt werden müssen) wird der Honig im Laufe der Zeit wieder kristallieren. Dann hilft ein leichtes Erwärmen:

Eine Stunde im Backofen; aber bitte nur auf 30-35° stellen und danach das Glas gut durchrühren und innerhalb eines Monats verzehren)


Hinweis / Warnung in Sachen Kleinkindern & Babys

Kinder im ersten Lebensjahr dürfen keine Roh-Produkte und keinen Honig verzehren. In Roh-Produkten wie in Honig können Spuren des Bakteriums Clostridium Botulinum enthalten sein. Dieses kann die Verdauung von Babys noch nicht verarbeiten und führt zu dem so genannten Säuglingsbotulismus; eine lebensgefährliche Vergiftung mit Lähmungserscheinungen.

Albert Schröder, 09/2017

Ich habe auch Honig für Sie!

Gemäß der Abstimmung in unserem Imkerverein verkaufe ich das 500 Gramm-Glas für 6 €. (Solange der Vorrat reicht). Zu meinem Angebot gehören außerdem Honigwein / Met sowie Honigliköre / Bärenfang & Hot Toddy.
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